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Pflege und Hygiene

Ein wichtiger Bestandteil in der Terraristik ist die Pflege und Hygiene. Auch Bartagamen haben mal das ein oder andere Bedürfnis und setzen Kothaufen ab. Diese sind täglich zu entfernen (z.B. mit einem Sieb). Futterreste gleich mitentfernen.
Der Sand sollte auch mind. einmal im Jahr durch neuen ersetzt werden. Bei dieser Gelegenheit kann man das Terrarium auch gleich mal komplett desinfizieren (z.B. mit einer Dampfente).
Hin und wieder ist die Inneneinrichtung wie Steine, Äste, usw. (Futter- und Wasserschalen täglich) mit heißem Wasser abzukochen.

Auch gehört hierzu eine regelmäßige (mindestens 2x jährlich) Kotprobenuntersuchung beim reptilienkunidgen Tierarzt! Denn durch Verunreinigungen und Kotresten die im Terra liegen bleiben, können sich mitunter schnell mal Parasiten bilden



Häutung

Wenn Bartagamen wachsen, häuten sie sich. Die alte Haut wird dann milchig-weiß und "platzt" irgendwann auf. Die Häutung erfolgt selten im Ganzen - eher fängt es an den Füßen und dem Schwanz an, dann mal am Rücken und / oder am Kopf. Der Prozess kann sich gerne mal über 1 - 2 Wochen hinziehen.
Pflegerisch ist hier darauf zu achten das die Häutung problemlos erfolgt und nichts eingeschnürt wird. Oftmals geht die Haut bei Schwanzspitzen und Zehen nicht weiter und schnürt diese ab bis das betroffenen Gliedmaß abgestorben ist. Damit es nicht so weit kommt kann man durch gezielte Beobachtungen und "Wetterveränderungen" dem entgegenwirken.
Für die Zeit der Häuung darf die Luftfeuchtigkeit am Tag gerne etwas höher sein um die Häutung zu erleichtern. Dies erreicht man indem man die Wasserschale in die Nähe eines Sonnenplatzes stellt und das Wasser so schneller verdunstet. Andernfalls kann man auch mal mit einer sauberen (!) Sprühflasche die Wände oder den Sand ein wenig besprühen - nicht auf das Tier selbst, das wäre zu stressig und ungesund wenn es ausversehen z.B. in Augen/Ohren gelangt.
Hilft das nicht, kann man die Bartagame auch mit warmen Wasser mal 5 - 10 Minuten baden - vorrausgesetzt sie duldet dies! Möchte das Tier strickt nicht gebadet werden sollte dieses Unternehmen abgebrochen werden.
Schnürt sich dennoch was ein kann man auch mit etwas Bepanthencreme die betroffene Stelle eincremen, diese weicht die Haut auf und mit etwas Glück löst sich diese. Wenn garnichts mehr hilft notfalls einen reptilienkundigen Tierarzt aufsuchen.
Die Hautreste sind natürlich aus dem Terrarium zu entfernen.



Niemals mit einer Pinzette oder anderen spitzen/scharfen Gegenständen die Haut versuchen abzuzupfen oder zu Schälen! Hier ist das Verletzungsrisiko am Tier viel zu hoch!


Quarantäne

Bei einem neu erworbenen Tier sollte grundsätzlich eine Quarantäne durchgeführt werden um Parasitenbefälle rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu können da diese unbehandelt zum Tode führen.
Hierzu wird bei einem reptilienkundigen Tierarzt nach 1 - 2 Wochen nach Neuerwerb des Tieres eine Kotprobe eingereicht. Ist diese in Ordnung, kann das Tier ins eigentliche Terrarium umziehen (siehe hierzu auch "Vergesellschaftung"). Ist die Kotprobe allerdings positiv - also wurde ein Parasitenbefall festgestellt, so muss das Tier medikamentös behandelt werden (weiteres hierzu erklärt der Tierarzt meistens genaustens). In dieser Zeit ist eine strickte Hygiene und Desinfektion von Nöten, da man sonst die Parasiten nicht los wird.
Das Quarantäneterrarium muss nicht den Mindestmaßen entsprechen die ein ausgewachsenen Tier braucht und sollte leicht zu reinigen sein (am besten ein Glasterrarium). Beleuchtung muss wie in einem normalen Terrarium auch komplett vorhanden sein. Statt Sand nimmt man hier Zewatücher und legt diese aus. Zewa ist leichter zu entfernen, hygienischer und saugt eventuelle Durchfälle auf.
Das Quarantäneterrarium ist täglich z.B. mit einer Dampfente gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Das Tier in der Zeit natürlich herausnehmen! Wasser- und Futterschalen täglich mit kochendem Wasser desinfizieren. Neue Zewatücher auslegen. Wird dieses strickt eingehalten, hat man gute Chancen die Parasiten schnell zu bekämpfen.
In der Zeit wo die Quarantäne durchgeführt wird, heißt es auch für das eigentliche Terrarium (sofern das Tier dort schon drinne war) komplett zu reinigen und zu desinfizieren. Der Sand muss ebenso komplett ersetzt werden.
1 - 2 Wochen nach der letzten Medikamentengabe muss eine erneute Kotprobe eingereicht werden. Ist alles ok und das eigentliche Terrarium gereinigt, kann das Tier wieder in seine gewohnte Umgebung einziehen.

Anmerkung: Viele Tiere verweigern während der Medikamentengabe das fressen, dies ist Anfangs nicht schlimm sofern das Tier einigermaßen kräftig ist - es sollte aber nach einer Woche wieder anfangen etwas zu fressen. Passiert dies nicht, bitte einen reptilienkundigen Tierarzt aufsuchen und den Fall schildern.